Das Zehnfingersystem ist ein System, das zum rationellen Schreiben (umgangssprachlich Tippen) auf einer Tastatur oder Schreibmaschine verwendet wird. Das Schreiben nach dem Zehnfingersystem wird auch als Blind-, Tastschreiben oder 10-Finger-Tastschreiben bezeichnet. Volkstümlich spricht man beim Tastschreiben mitunter von „tippen“; vor dem Siegeszug der Textverarbeitung am Computer wurde es gewöhnlich „Maschinenschreiben“ bzw. „Maschinschreiben“ (in Österreich) genannt.
Üblicherweise werden dafür die Positionen der Tasten „auswendig gelernt“. Die Finger befinden sich dabei in der so genannten Grundstellung über der mittleren der drei Buchstabenreihen, die Daumen schweben über der Leertaste. Die zum Erreichen jeder Taste nötige Fingerbewegung prägt man sich beim Erlernen ein (Automatisierungsvorgang, motorisches Lernen); insofern ist die Bezeichnung „Tastschreiben“ (ähnlich wie das englische „touch typing“) etwas irreführend, weil der Schreibende nicht die Tastatur abtastet. Vor Einführung des Fachbegriffs „Tastschreiben“ sprach man von „Griffwegen“.
Gegenüber einer unsystematischen Schreibtechnik erlaubt das Zehnfingersystem eine Steigerung der Schreibgeschwindigkeit, die Senkung der Fehlerquote und eine ergonomisch günstigere Eingabetechnik. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, das Ergebnis auf dem Monitor mitzuverfolgen bzw. beim Abschreiben nicht ständig zwischen Textvorlage und Bildschirm hin- und herschauen zu müssen.